Aufgabe
Das Wandleröl überträgt
im Drehmomentwandler vor allem beim Anfahren das Drehmoment ruckfrei und
verstärkt es bis zum annähernden Gleichlauf von Motor und Antrieb. Je weicher
und ruckfreier sich das Anfahren und der Gangwechsel vollziehen, desto
ungünstiger ist der Wirkungsgrad.
Funktion
Man unterscheidet beim
Drehmomentwandler zwei Bereiche:
- den Wandlerbereich mit nennenswerten Drehzahlunterschieden zwischen Pumpen-
und Turbinenrad
- den Kupplungsbereich mit sehr geringen Drehzahlunterschieden.
Im Vergleich zur hydraulischen Kupplung strömt das Öl zwar noch direkt vom
Pumpen- auf das Turbinenrad, aber zurück indirekt über ein drittes Rad
(Leitrad). Die hydraulische Kupplung kommt also mit zwei Schaufelrädern aus, der
Drehmomentwandler braucht drei. Der Ölstrom wird bei dem Weg Pumpenrad -
Turbinenrad - Leitrad - Pumpenrad insgesamt zweimal umgelenkt, im Turbinenrad
gegen die Drehrichtung und nach innen und im Leitrad wieder mit der Drehrichtung
und nach außen. Dazu muss das Leitrad im Wandlerbereich feststehen. Ein Freilauf
erlaubt ihm im Kupplungsbereich das störungsfreie Mitdrehen.
Durch die zweite Umlenkung des Wandleröls im stillstehenden Leitrad staut es
sich und das in der ersten Umlenkung auf das Turbinenrad abgegebene Drehmoment
wird verstärkt. Je größer der Drehzahlunterschied zwischen Pumpen- und
Turbinenrad, umso stärker ist der Rückstau auf die Schaufeln des Turbinenrades
und damit die Drehmomentverstärkung. So kann das Ausgangsdrehmoment bis zum
2,5-fachen des Eingangsdrehmoment betragen, ein Grund, warum Fahrzeuge mit
Vollautomatik-Getriebe und Drehmomentwandler im nachgeschalteten
Planetengetriebe häufig einen Gang weniger haben.
Die Arbeit des Drehmomentwandlers ist besonders im unteren Wandlerbereich oft
mit großer Hitzeentwicklung verbunden. Diese wird durch einen Ölkreislauf zu
einem separaten Getriebe-Ölkühler abgeführt. Das Öl erreicht bzw. verlässt den
Wandler durch die Wellenbohrung bzw. zwischen den Wellen zum nachfolgenden
Automatikgetriebe. Dort ist auch die Pumpe eingebaut, die den Ölumlauf bewirkt.
Im Kupplungsbereich wird das Drehmoment
nicht vollständig übertragen. Dies bedeutet Leistungs- und Wirkungsgradverlust,
der durch den Einbau einer Wandler-Überbrückungskupplung (Bild) ausgeglichen
werden kann. Diese wird durch Umkehren des Wandler-Ölstroms mit ihrem Reibbelag
nach links gegen das Gehäuse gedrückt. Sie verbindet damit Pumpen- und
Turbinenrad. Dabei wirkt die Wandler-Überbrückungskupplung wie eine
Einscheiben-Ölbadkupplung. Der gesamte Öldruck wird zum Anpressen verwendet. Bei
moderner, elektronisch gesteuerter Vollautomatik kann dieser und damit der
Schlupf noch variiert werden. Ein Ölumlauf findet in diesem Betriebszustand
nicht statt. Wirkungsgrad und abgegebene Leistung verbessern sich. Um die
Verbrauchsnachteile der Vollautomatik gegenüber der in den Oberklassebereich
drängenden Konkurrenz z.B. der stufenlosen Automatik und der sequentiellen
Getriebe zu mildern, arbeitet die Überbrückungskupplung jetzt in allen Gängen
und sogar im Wandlungsbereich.
Prinzipiell überträgt der
Wandler das Motorendrehmoment hydraulisch auf die Getriebe-Eingangswelle. Die
Pumpe und somit das gesamte Wandlergehäuse ist drehfest mit dem Motor bzw. die
Turbine drehfest über eine Nabenverzahnung mit der Getriebe-Eingangswelle
verbunden. Der gesamte Wandler ist mit Getriebeöl gefüllt. In Pumpe und Turbine
sind Schaufeln montiert, die bei Differenzdrehzahl einen kreisförmigen Ölstrom
zwischen Pumpe und Turbine verursachen. Das Öl wird vom Innendurchmesser der
Pumpe angesaugt und durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrückt. Anschließend
wird das Öl aus der Pumpe in die Turbine geschleudert und dort von den
Turbinenschaufeln umgelenkt, wodurch ein Drehmoment in der Turbine bzw. der
Getriebe-Eingangswelle erzeugt wird.
Bei der Anfahrt oder hohen
Differenzdrehzahlen zwischen Pumpe und Turbine wird der Ölfluss in der Turbine
so umgelenkt, dass sich das Leitrad rückwärts drehen müsste. Im Leitrad ist
jedoch ein Freilauf installiert, was dazu führt, dass das Leitrad bei
Rückwärtsdrehung über die Statorwelle gesperrt wird. Dadurch wird ein
Leitradmoment erzeugt, das wegen des Momentengleichgewichts im Wandler das
Getriebe-Eingangswellen-Moment um bis zu Faktor 3 gegenüber dem Motormoment
erhöht. Die Effizienz des Wandlers ist somit insbesondere bei Anfahrsituationen
besonders groß.
Berücksichtigt werden muss,
dass die Hydrodynamik des Wandlers nur ein Drehmoment bei Differenzdrehzahl
zwischen Pumpe und Turbine übertragen kann. Wenn sich also im laufenden
Fahrbetrieb die Drehzahl zwischen Pumpe und Turbine angeglichen hat, greift eine
Überbrückungs-Kupplung, die vom Getriebe hydraulisch angesteuert wird. Der
Schlupf wird eliminiert, die Verlustleistung beim Betrieb des Wandlers entfällt
und ein reduzierter Kraftstoffverbrauch ist die Folge. Die frühe Überbrückung
und damit ein wirtschaftlicher Verbrauch wird bei LuK durch innovative Dämpfer
sicher gestellt.
Motorseitig erfolgt die
Montage des Wandlers an einem flexiblen Schwungrad. Der Pumpenhals dient
üblicherweise zusätzlich als Antrieb der Ölversorgungspumpe des
Automatikgetriebes. Um bestmögliche Performance zu erzielen, setzt LuK hier
konsequent Computational-Fluid-Dynamics (CFD) Simulationstools zur optimalen
Strömungsführung und somit Verbrauchsabsenkung im Fahrzeug ein.
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